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Malteser Offizialatsbezirk Oldenburg

Neuer Dienst bei den Malteser: "Sternenkind-Eltern"

Eine betroffene Mutter berichtet über die Arbeit der "Sternenkind-Eltern"

21.03.2018
Fotos: Malteser

Seit Mitte des letzten Jahres findet in den Räumlichkeiten der Diözesangeschäftsstelle in Vechta regelmäßig das Treffen der „Sternenkind-Eltern“. 
Eine betroffene Mutter beschreibt in Ihrem Bericht die Entstehung und die Intention der Gruppe:

„Unser Gesprächskreis ist vor einigen Jahren aus der Initiative einer betroffenen Mutter und der damaligen Seelsorgerin im Krankenhaus Vechta heraus entstanden, um einen Ort zu haben, an dem man frei und unbefangen über sein Kind / seine Kinder und seine Gefühle sprechen konnte. Denn oft sind Freunde und Verwandte selbst so überfordert, dass sie nicht wissen, wie sie mit den Betroffenen umgehen sollen, und ihnen manchmal durch gut gemeinte Ratschläge eher vor den Kopf stoßen als ihnen zu helfen. Oft wird das Thema auch im Bekanntenkreis „totgeschwiegen“, aus Angst, man könnte anfangen zu weinen. Umso wichtiger ist es, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, die ähnliches erlebt haben und wissen, was in einem vorgeht. Hier muss man nicht lange erklären, man wird verstanden und kann seinen Tränen ruhig freien Lauf lassen.

Die Mitgliederzahl unseres Gesprächskreises beläuft sich derzeit auf 23. Das hört sich viel an, aber es kommen natürlich längst nicht alle zu jedem Treffen. Zum einen sind es z.T. Ehepartner, von denen oft nur einer zum Treffen kommt, zum anderen nehmen sich manche auch zwischendurch mal eine Auszeit und kommen später wieder dazu. So können es bei manchen Treffen zehn oder mehr Teilnehmer sein, beim nächsten vielleicht auch mal nur drei. Für einige Mitglieder ist es irgendwann Zeit zu gehen, aber es kommen auch immer wieder neue dazu. Andere sind dagegen schon sehr lange dabei und können ihre Erfahrungen an neue Teilnehmer weitergeben und Anregungen für die Trauerarbeit geben. 

Bei unseren Treffen steht das Gespräch an erster Stelle. Jeder, der möchte, darf sich alles von der Seele reden. Wer (noch) nicht sprechen mag oder kann, der muss es auch nicht. Manchmal gestalten wir auch etwas für unsere Kinder, so z.B. kurz vor Ostern meistens eine Kerze, die wir entweder zu Hause auf dem Ostertisch brennen lassen oder zu unseren Sternenkindern auf den Friedhof bringen - jeder wie er mag.
Jedes Jahr im Sommer treffen wir uns außerdem zum Familien-Grillnachmittag, wo wir unsere Familien, also auch die lebenden Kinder, mitbringen, um gemeinsam einen schönen Nachmittag zu verbringen. Dazu gehört auch das Ritual, dass wir Herzluftballons, an die wir Grüße an unsere Sternenkinder hängen, in den Himmel steigen lassen.

Kurz vor Weihnachten, immer am 2. Sonntag im Dezember, dem weltweiten Gedenktag für verstorbene Kinder, findet im Marienhain Vechta ein ökumenischer Gottesdienst statt, den wir jedes Jahr vom Gesprächskreis „Sternenkind-Eltern“ gestalten. Schon im Sommer beginnen wir damit, uns ein Thema zu überlegen, zu dem wir dann in den nächsten Monaten passende Texte und Lieder sammeln. So haben wir beim letzten Gottesdienst im Dezember 2017 das Thema „Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes“ gewählt. Passend zum Thema haben wir eine Pusteblume auf eine große Leinwand gemalt, auf der alle Besucher des Gottesdienstes einen Fingerabdruck mit dem Namen ihres verstorbenen Kindes hinterlassen konnten. Jedes Jahr basteln wir auch passende Lichter, die während des Gottesdienstes vor den Altar gestellt werden und am Ende von jedem Besucher mitgenommen werden können. Zum Gedenkgottesdienst kommen betroffene Eltern und deren Angehörige sowie alle, die sich verbunden fühlen. Es sind auch Betroffene dabei, die vor 30 oder 40 Jahren ihr Kind verloren haben und damals keine Möglichkeit hatten, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.“

Weitere Informationen und die Ansprechpartner der  „Sternenkind-Eltern“ finden Sie hier.

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