Ehrenamtliche Hospizbegleitung Kurs: F3035

Die Bettschuhe-Symbolische Kommunikation bei Sterbenden

Als die krebskranke Anna M.- trotz allen Bemühens und liebevollster Pflege durch ihren Ehemann- doch einmal ins Krankhaus musste und beide wussten und auch darüber gesprochen hatten, das sie nicht wieder nach Hause kommen würde, da flehte die Frau ihren Mann plötzlich an, ihr doch unbedingt in der Apotheke die dort für sie bestellten Bettschuhe zu besorgen.

Der Mann, so berichtet die Hospizbegleiterin des Ehepaares, war angesichts der Tatsache, dass seine Frau in dieser kritischen Phase nichts anderes im Kopf hatte als ihre Bettschuhe, fast ein wenig ungehalten.

Die Hospizbegleiterin aber meinte zu verstehen, was die Kranke brauchte, um „gehen“ zu können. Also klingelte sie noch spät abends den Apotheker heraus und brachte der Sterbenden ihre Bettschuhe.

Diese war überglücklich und sagt zu ihrer aufmerksamen Begleiterin:  “ Wie schön, Sie verstehen mich!“

Am nächsten Vormittag, als die Begleiterin wieder nach der Patientin sehen wollte, war diese im Beisein ihres Mannes gerade friedlich verstorben. An den Füßen die ersehnten Bettschuhe.

Angehörige reagieren oft nicht wie erwartet, oft auch nicht so, wie sie selbst gerne möchten. Dann steuern die Gefühle das Verhalten ganz anders als erwartet. Für die Begleitenden heißt dies, sich auf das einzustellen, was gerade passiert. Das ist nicht immer leicht, manchmal macht es einen unsicher und hilflos. Und es wichtig sich mit der „Symbolsprache der Sterbenden“, sowie den weiteren Themen im Zusammenhang mit Sterben und Tod, zu beschäftigten.

Um diese Aufgabe mit Herz und Verstand bewältigen zu können, bedarf es einer guten Vorbereitung. Diese macht ein sowohl spezifisches Wissen als auch eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, der eigenen Endlichkeit, des Wissens um Familienstrukturen und die Herausbildung einer tragfähigen Haltung erforderlich.

Wer den Wunsch hat Schwerkranke und Sterbende zu begleiten und Angehörige und trauernden Hinterbliebenen beizustehen, wird bald erkennen, dass dies auch Arbeit an sich selbst voraussetzt; eigene Grenzen zu erleben, die angenommen, ausgehalten und bewältigt werden können.

Für jeden stellt sich die Frage, wie er selbst zu Abschied, Loslassen, Sterben und Trauer eingestellt ist und ob er bereit und fähig ist, Verlusterlebnisse und Ängste nachzufühlen und mitzuempfinden -und zu lernen, mit den eigenen Ängsten, der Ohnmacht und Hilflosigkeit umzugehen- und zu leben.

Sie sehen schon den Umfang und die Themen setzen eine eigene Auseinandersetzung mit sich selbst voraus.

Dazu dient ein Vorbereitungskurs, der im September beginnt und über das Bildungswerk Friesoythe e.V. angeboten wird. Nähere Informationen erhalten sie in unserer Dienststelle Tel. 04491-4006311 oder www.bildungswerk-friesoythe.de  KEB Zertifikatskurs-Ehrenamtliche Hospizbegleitung Kurs:F3035

Bilder und Text: Marlies Steenken