Malteser planen „gemeinnütziges Sanitätshaus“ im Kosovo

Michael Daemen, vierter von links und Hetem Misini, dritter von rechts zwischen den Vertretern des Landes Kosovo, der katholischen Kirche, der Caritas und der islamischen Gemeinde. Foto: Netzwerktreffen für die humanitäre Hilfe im Kosovo beim Sozialministerium in Pristina

Vechta/Pristina – die Kosovohilfe der Malteser im Oldenburger Land nimmt nach einem Erkundungsbesuch jetzt nachhaltige Hilfsprojekte in Angriff. In Kooperation mit dem Sozialministerium, der örtlichen Caritas und der islamischen Gemeinde soll ein gemeinnütziges Sanitätshaus eingerichtet werden.

Ein mehrtägiger Erkundungsbesuch hatte den besonderen Bedarf in diesem Bereich vor Augen geführt. Begleitet von regional erfahrenen Fachkräften der Malteser Bundesebene waren der Initiator Hetem Misini aus Vechta und der Auslandsreferent der Malteser für das Oldenburger Land, Michael Daemen im Mai nach Pristina gereist. Dort hatten sie Abstimmunggespräche mit dem Sozialministerium sowie Vertretern der katholischen Kirche, der Caritas und der islamischen Gemeinde geführt. „Uni sono wurde uns von allen die prekäre Situation alter, insbesonderer hilfs- und pflegebedürftiger Menschen ans Herz gelegt“, erklärt Daemen. Im Kosovo gibt es nur vier Altenheime. Sie nehmen ausschließlich mittellose alte Menschen auf, die keine Angehörigen haben.  „In den Heimen fehlt es an Allem“, schildert Misini, der die Situation bereits von seinen ersten Hilfstransporten kennt, „und auch die Familien mit pflegebedürftigen Menschen haben keine Pflegehilfsmittel zur Verfügung!“. 
Mit Hilfe der Malteser will das Sozialministerium nun ein gemeinnütziges Sanitätshaus einrichten. Der Betrieb soll als Behindertenwerkstatt eingerichtet werden. Hier können dann sowohl die staatlichen Altenheime als auch gemeinnützige Organisation wie die Caritas und die islamische Gemeinde, aber auch Familien unentgeltlich Pflegehilfsmittel wie Betten, Toilettenstühle, Rollstühle oder Rollatoren ausleihen. Die materielle Versorgung des Sanitätshauses übernehmen die Malteser.

„Wir setzen bei den Planungen auf die Kooperation mit allen relevanten Akteuren vor Ort“, erläutert Daemen, „so kann es nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe werden!“.
Für ihren Anteil an dem segensreichen Projekt in einem der ärmsten Länder Europas sind die Malteser auf Sach- und Gelspenden angewiesen. Für die materielle Seite sind Anfragen bei den hiesigen Einrichtungen der Altenhilfe in Planung. Für die finanziellen Herausforderungen bitten die Malteser um Geldspenden: 
Spendenkonto DE49 3706 0120 1201 2250 15, Stichwort Kosovohilfe.

Die nächste Phase der Unterstützung wurde auch schon in den Blick genommen. 
Dann sollen die Malteser für Know-How Transfer im Bereich der häuslichewn Pflege sorgen.